Nach einem Windows-Update bleibt der Druckauftrag hängen, eine Anwendung liefert keine Ausgabe oder der Drucker reagiert nur noch auf manche Programme? Für einen bestimmten Fall gibt es inzwischen einen bestätigten Fix: Microsoft beschreibt in KB5127648 vom 13. Oktober 2026 Druckausfälle nach dem August-Sicherheitsupdate. Genannt werden bestimmte Anwendungen sowie Druckausgaben mit RAW oder „Generic Text Only“.
Hier erfährst du, wie du diesen Updatefehler von anderen Druckproblemen unterscheidest und anschließend Warteschlange, Treiber und Anwendung gezielt prüfst. Recherche- und Prüfstand: 27. Oktober 2026. Ein Druckausfall nach einem Update allein beweist noch keinen Zusammenhang mit diesem Fehler.
Welchen Druckfehler behebt das Oktober-Update?
Microsoft nennt für den behobenen Fehler keinen einheitlichen Fehlercode und keine einzelne Event-ID. Entscheidend sind deshalb der zeitliche Verlauf und die verwendete Druckkonfiguration. Die Veröffentlichung beschreibt keine allgemeine Reparatur für sämtliche Druckerprobleme.
| Windows-Version | Build des Updates KB5127648 |
|---|---|
| Windows 11 24H2 | 26100.9711 |
| Windows 11 25H2 | 26200.9711 |
| Windows 11 26H2 | 26300.9711 |
Installiere den für dein Gerät aktuell freigegebenen kumulativen Sicherheitsstand. Du musst nicht auf genau dieser Oktober-Version bleiben. Die Tabelle bezieht sich auf diese drei Versionszweige; sie lässt sich nicht auf andere Windows-Versionen übertragen. Windows 11 24H2 Home und Pro haben mit dem Oktober-Update außerdem ihr Update-Ende erreicht. Dazu findest du hier die Einordnung zum Support-Ende und Versionswechsel.
Was bedeutet RAW beim Drucken?
RAW bezeichnet hier einen Druckdatentyp: Die Daten können ohne weitere Aufbereitung durch den Druckprozessor an den Druckmonitor weitergegeben werden. Das kann beispielsweise bereits erzeugte PCL-Druckerbefehle betreffen. Mit RAW-Fotodateien hat das nichts zu tun. Microsoft erläutert diesen Datenweg in der Dokumentation zum RAW-Datentyp.
„Generic / Text Only“ ist dagegen eine Treiberbezeichnung, die du in einer Druckerkonfiguration finden kannst. Treibername, Druckdatentyp und Netzwerkanschluss sind verschiedene Eigenschaften. Allein ein TCP/IP-Anschluss oder ein bestimmter Port beweist deshalb nicht, dass dein Problem zum beschriebenen Updatefehler gehört. Stelle den Datentyp nicht versuchsweise um, ohne die Anforderungen der Anwendung und des Druckers zu kennen.
Schnelltest: Betrifft es Windows, die Anwendung oder das Gerät?
Notiere zuerst, seit wann der Fehler auftritt, welches Update zuletzt installiert wurde und welche Drucker betroffen sind. Prüfe dann mit kleinen, unkritischen Testdokumenten:
- Druckt das Gerät eine direkt am Drucker ausgelöste Selbsttestseite?
- Funktioniert eine Windows-Testseite über Einstellungen → Bluetooth und Geräte → Drucker und Scanner → dein Drucker → Druckereigenschaften?
- Kann eine andere Anwendung auf denselben Drucker ausgeben?
- Kann ein anderer PC denselben Auftrag an denselben Drucker senden?
Die Ergebnisse sind Hinweise, keine endgültigen Beweise: Eine funktionierende Geräteselbsttestseite prüft beispielsweise noch nicht den Netzwerkweg vom PC. Wenn andere Clients erfolgreich drucken, wird ein Problem dieses Clients wahrscheinlicher. Microsoft empfiehlt diese Trennung von Hardware, Client und Druckserver in seiner Diagnose-Checkliste.
1. Windows-Version und Update-Stand prüfen
Drücke Windows + R, gib winver ein und notiere Version und vollständige Buildnummer. Kontrolliere zusätzlich unter Windows Update → Updateverlauf die installierten Qualitätsupdates.
Passt dein Fehler zur Microsoft-Beschreibung und fehlt der Korrekturstand, installiere das für dein Gerät angebotene Sicherheitsupdate und führe einen angeforderten Neustart aus. Teste anschließend erneut mit demselben Dokument. Auf verwalteten Geräten stimmt die IT die Freigabe über ihre Updateverwaltung ab. Umgehe keine Update-Richtlinien und deinstalliere nicht pauschal Sicherheitsupdates.
2. Drucker und Treiber mit PowerShell erfassen
Öffne für die folgenden Abfragen die in Windows enthaltene Windows PowerShell. Die Cmdlets stammen aus dem Modul PrintManagement. Fehlen sie, verwende die Druckereigenschaften oder kläre die Komponenten mit deiner IT; lade dafür keine beliebigen Reparaturmodule nach.
Get-Printer |
Select-Object Name, DriverName, PortName, PrinterStatus |
Format-Table -AutoSize
Get-Printer zeigt installierte Drucker und ihre Eigenschaften. Für diese lokale Abfrage sind laut Microsoft keine Administratorrechte erforderlich. Vergleiche insbesondere den Treibernamen eines funktionierenden und eines betroffenen PCs. Ein abweichender Name ist ein Diagnoseansatz, noch kein Nachweis eines defekten Treibers.
Bei einer Druckerfreigabe können Client und Server am Datenweg beteiligt sein. Eine lokale Bestandsaufnahme ersetzt deshalb nicht die Kontrolle der Warteschlange auf dem Druckserver.
3. Einen hängenden Auftrag gezielt entfernen
Öffne zunächst die Druckwarteschlange über die Windows-Einstellungen. Falls ein bestimmter Auftrag blockiert, brich diesen gezielt ab. Für eine nachvollziehbare Abfrage kannst du alternativ Folgendes verwenden. Ersetze DEIN-DRUCKERNAME durch den exakten Namen aus der vorherigen Ausgabe:
$printerName = 'DEIN-DRUCKERNAME'
Get-PrintJob -PrinterName $printerName |
Format-List *
Get-PrintJob listet die aktuellen Aufträge der angegebenen Warteschlange. Es unterstützt beim Druckernamen keine Platzhalter. Eine leere Ausgabe bedeutet nur, dass dort zu diesem Zeitpunkt keine für dich sichtbaren Aufträge zurückgegeben wurden.
Mit der ermittelten Job-ID lässt sich ein einzelner Auftrag zunächst simuliert auswählen und danach bestätigt abbrechen. Die Zahl 17 ist ein Beispiel und muss ersetzt werden.
Remove-PrintJob -PrinterName $printerName -ID 17 -WhatIf
# Erst nach Prüfung von Druckername und tatsächlicher Job-ID:
Remove-PrintJob -PrinterName $printerName -ID 17 -Confirm
Der Abbruch entfernt den Druckauftrag; zum erneuten Drucken brauchst du das ursprüngliche Dokument. Die Dokumentation zu Remove-PrintJob beschreibt die Parameter. Berechtigungen bestimmen, welche Aufträge du bearbeiten darfst. Fremde Aufträge gehören in die Zuständigkeit des Administrators. Leere nicht vorsorglich sämtliche Warteschlangen.
4. Druckwarteschlangendienst kontrolliert neu starten
Bleibt die Warteschlange blockiert, kann ein Neustart des Dienstes „Druckwarteschlange“ helfen. Dieser Spooler verwaltet Druckaufträge. Öffne services.msc und starte den Dienst neu. Alternativ verwendest du in einer als Administrator gestarteten Windows PowerShell:
Get-Service -Name Spooler
Restart-Service -Name Spooler -ErrorAction Stop
Get-Service -Name Spooler
Der Dienst sollte danach wieder laufen. Ein Neustart betrifft die Druckverarbeitung des gesamten Rechners. Auf einem Druckserver unterbrichst du damit auch andere Nutzer; dort ist ein abgestimmtes Wartungsfenster nötig. Microsoft nennt den Dienstneustart in seiner Anleitung für blockierte Druckaufträge. Das manuelle Leeren des Spool-Verzeichnisses ist ein weitergehender Eingriff mit Verlust ausstehender Aufträge und kein erster Standardschritt.
5. Wenn nur Word, Excel oder eine Fachanwendung nicht druckt
Funktioniert die Windows-Testseite, prüfe in der betroffenen Anwendung die Druckerauswahl, das Papierformat und den Seitenbereich. Teste eine neue, einfache Datei. So unterscheidest du ein Dokumentproblem von einem Fehler, der bei allen Dateien auftritt.
Microsoft empfiehlt bei Druckproblemen in Word und Excel auch einen Vergleich mit einer anderen Anwendung. Bleibt der Fehler auf Office beschränkt, kommen Office-Updates und danach eine Reparatur infrage. Dokumente vorher speichern und Programme schließen; eine Onlinereparatur benötigt eine Verbindung und kann eine erneute Anmeldung erfordern. Auf Firmenrechnern koordiniert die IT diesen Schritt.
6. Fortgeschrittene Diagnose: Testwarteschlange statt Komplettreset
Bleibt der Fehler trotz aktuellem System bestehen, dokumentiere zuerst Treiberversion, Anschluss und Druckeinstellungen. Ein Administrator kann eine zusätzliche Testwarteschlange für dasselbe Gerät mit einem passenden, unterstützten Treiber anlegen. Die produktive Warteschlange bleibt dabei als Vergleich erhalten. Microsoft beschreibt diesen Ansatz in seinen Druckdiagnose-Szenarien.
Verwende nur Treiber, die zum Modell, Betriebssystem und zur Architektur passen. Bei Fachanwendungen können spezielle Druckerbefehle nötig sein; ein beliebiger Universal- oder Texttreiber ist dann kein gleichwertiger Ersatz. Halte Änderungen einzeln fest und entferne eine nicht benötigte Testwarteschlange nach Abschluss der Diagnose kontrolliert.
Prüfe bei Druckservern außerdem freien Speicher für das Spooling, Freigabeberechtigungen und angewendete Richtlinien. Globale Registry-Resets oder abgeschaltete Sicherheitsprüfungen liefern hier keine saubere Ursachenanalyse.
Erfolg kontrollieren und verbleibende Fehler melden
Drucke nach jeder Änderung genau einen kleinen Testauftrag. Kontrolliere, ob er die richtige Warteschlange durchläuft, tatsächlich ausgegeben wird und dort anschließend verschwindet. Wiederhole danach den ursprünglich fehlgeschlagenen Vorgang. Eine Testseite allein deckt die Besonderheiten einer Fachanwendung nicht ab.
Für die Eskalation helfen Windows-Version und Build, Updateverlauf, Druckermodell, Treibername und -version, Anschlussart, betroffene Anwendung sowie genaue Uhrzeit und Wortlaut der Fehlermeldung. Beschreibe auch, ob andere Clients und Anwendungen funktionieren. Teile keine vertraulichen Druckinhalte in öffentlichen Foren.
Fazit
KB5127648 enthält einen bestätigten Fix für bestimmte Druckausfälle nach dem August-Update 2026. Passt dein Fall dazu, beginnt die Lösung beim aktuellen Windows-Stand. Bleibt der Fehler, liefern getrennte Tests von Anwendung, Warteschlange, Treiber und Drucker mehr Erkenntnisse als ein pauschaler Reset. So kannst du den nächsten Eingriff begründen und seinen Erfolg überprüfen.