Das Bild kommt am Monitor an, aber über HDMI oder DisplayPort bleibt der Ton aus? Bei bestimmten AMD-Grafikkarten gibt es dafür inzwischen einen von Microsoft dokumentierten Windows-Fix. Trotzdem solltest du zuerst prüfen, ob Windows überhaupt den richtigen Audioausgang verwendet und ob der Monitor Ton ausgeben kann.

Diese Anleitung führt dich durch die Diagnose unter Windows 11 und ordnet den aktuellen Fix ein. Recherche- und Quellenstand: 3. November 2026. Die hier behandelte Korrektur wurde mit dem optionalen Update vom 28. Oktober veröffentlicht. Sie ist keine allgemeine Lösung für jeden stummen Monitor.

Der aktuelle AMD-Audio-Fix: Was Microsoft bestätigt

In den Versionshinweisen zu KB5127936 vom 28. Oktober 2026 nennt Microsoft eine Korrektur für ausfallende HDMI- und DisplayPort-Audiowiedergabe bei bestimmten AMD-Grafikkarten. Eine abschließende Liste betroffener Modelle, ein einheitlicher Fehlercode und ein konkretes auslösendes Update werden in diesem Eintrag nicht genannt.

Das Paket ist ein kumulatives Nicht-Sicherheits-Vorschauupdate für Windows 11 25H2 und 26H2. Es ist deshalb eine gezielte Option bei passendem Fehlerbild, keine Pflichtinstallation für jeden PC. Prüfe vor der Installation die aktuellen bekannten Probleme im KB-Artikel. Firmenrechner benötigen die Freigabe ihrer IT.

Versionszweig Build von KB5127936
Windows 11 25H2 26200.9818
Windows 11 26H2 26300.9818

Die Zuordnung kannst du in der offiziellen Windows-11-Versionsübersicht gegenprüfen. Übertrage diese KB nicht auf einen anderen Versionszweig. Notiere deine Version und Buildnummer mit winver sowie den Installationsstand unter Einstellungen → Windows Update → Updateverlauf.

Warum ein korrektes Bild noch keinen funktionierenden Ton beweist

HDMI und DisplayPort können Bild und Ton übertragen. Für die Wiedergabe müssen aber mehrere Dinge zusammenpassen: der vom PC bereitgestellte Audioweg, ein geeigneter Anschluss beziehungsweise Adapter und die Audioausgabe am Zielgerät. Ein Monitor kann beispielsweise einen Kopfhörerausgang besitzen, ohne eingebaute Lautsprecher zu haben.

Die Herstelleranleitung von ASUS zu Monitor-Audio empfiehlt entsprechend, Lautsprecher beziehungsweise Audioausgang, Kabelweg und die Einstellungen im Bildschirmmenü zu prüfen. Dort kann die Tonquelle separat auf Line-in, HDMI oder DisplayPort eingestellt sein. Die konkrete Menüführung hängt vom Modell ab.

Prüfe deshalb zuerst das Handbuch deines Monitors. Wenn du Ton aus den Monitorlautsprechern erwartest, muss das Modell tatsächlich welche besitzen. Bei angeschlossenen Kopfhörern oder Aktivlautsprechern kontrollierst du zusätzlich deren Stromversorgung, Lautstärke und Anschluss.

Schnelltest: Den richtigen Ausgang auswählen

  1. Öffne Einstellungen → System → Sound.
  2. Wähle unter Ausgabe bewusst den angeschlossenen Monitor, Fernseher oder Receiver aus.
  3. Kontrolliere Windows-Lautstärke und Stummschaltung sowie die Lautstärke am Zielgerät.
  4. Starte einen kurzen Soundtest in den Eigenschaften des gewählten Ausgabegeräts.

Bei mehreren Monitoren können mehrere ähnlich benannte Ausgänge vorhanden sein. Teste sie einzeln bei niedriger Lautstärke. Notiere den tatsächlich funktionierenden Namen. Microsoft nennt die Wahl des passenden Ausgangs als grundlegenden Schritt seiner Audio-Fehlerbehebung.

Die Ergebnisse sinnvoll einordnen

Beobachtung Nächster Diagnoseansatz
Monitor fehlt vollständig in der Ausgabeliste Erkennung, Verbindung und Audiotreiber prüfen.
Soundtest funktioniert, nur eine Anwendung bleibt stumm App-Lautstärke und deren eigenen Audioausgang prüfen.
Monitor ist auswählbar, aber auch der Soundtest bleibt stumm Monitor-Menü, Kabelweg, Treiber und Windows-Korrekturstand prüfen.
Ein anderer Audioausgang funktioniert Den betroffenen HDMI-/DisplayPort-Weg gezielt weiter untersuchen.

Diese Zuordnung ist ein Diagnoseplan, kein Beweis für eine einzelne Ursache. Ein funktionierendes USB-Headset bestätigt beispielsweise noch nicht, dass auch der Grafikkarten-Audioweg intakt ist.

1. Verbindung mit einem einfachen Vergleichstest prüfen

Verbinde den Monitor testweise direkt per HDMI oder DisplayPort mit dem PC, wenn das ohne Umbau möglich ist. Notiere vorher den bisherigen Weg über Dock, Adapter oder Umschalter. Prüfe danach denselben Audioausgang erneut. Tausche jeweils nur eine Komponente, damit das Ergebnis zugeordnet werden kann.

Bei ASUS wird ausdrücklich auf den Unterschied zwischen direkter HDMI-/DisplayPort-Verbindung und Signalumsetzungen über VGA beziehungsweise DVI hingewiesen. Verallgemeinere daraus keine Audiofähigkeit eines beliebigen Adapters; maßgeblich sind dessen Spezifikation und die des Zielgeräts. Stelle nach einem erfolglosen Test den ursprünglichen Anschlussweg wieder her.

2. Passenden Windows-Korrekturstand einsetzen

Passt dein System zum beschriebenen AMD-Fehler und fehlt die Korrektur, prüfe das für dein Gerät angebotene optionale Update. Nach Installation und angefordertem Neustart wählst du den Monitor erneut als Ausgabe und wiederholst denselben Soundtest.

Eine manuelle Installation kommt für Administratoren über den Microsoft Update Catalog infrage. Wähle Version und Architektur passend und beachte die im KB-Artikel genannten Voraussetzungen. Ändere nicht zugleich den Grafiktreiber und weitere Soundeinstellungen: Sonst lässt sich kaum feststellen, welcher Schritt geholfen hat.

3. Fehlendes Audiogerät und Treiber untersuchen

Fehlt der Ausgang, öffne den Geräte-Manager und kontrolliere Audio, Video und Gamecontroller sowie Audioeingänge und -ausgänge. Notiere vorhandene Warnsymbole und den vollständigen Gerätestatus. Ein deaktiviertes Gerät kann gegebenenfalls gezielt aktiviert werden. Über Aktion → Nach geänderter Hardware suchen lässt sich die Erkennung erneut anstoßen.

Microsoft beschreibt fehlende, deaktivierte oder nicht korrekt geladene Treiber als mögliche Ursache eines nicht erkannten Audioausgabegeräts. Verwende für eine Treiberkorrektur ein freigegebenes Paket des PC- oder Komponentenherstellers für dein konkretes Modell und deine Windows-Version. Ein beliebiger Onboard-Audiotreiber ist nicht automatisch der richtige Treiber für Ton über die Grafikkarte.

Halte vor Änderungen Treiberversion und Datum fest. Auf verwalteten Geräten übernimmt die IT den Wechsel. Eine Treiberinstallation kann Anzeige und Ton vorübergehend unterbrechen; führe sie nicht während einer laufenden Besprechung aus.

4. PowerShell: Erkannte Audiogeräte dokumentieren

Für eine zusätzliche Bestandsaufnahme öffnest du Windows PowerShell. Die folgenden Abfragen verändern oder entfernen keine Geräte. Ist das Cmdlet in deiner Umgebung nicht verfügbar oder die Abfrage durch Richtlinien gesperrt, verwende den Geräte-Manager beziehungsweise die IT-Diagnose.

Get-PnpDevice -Class AudioEndpoint -PresentOnly |
    Select-Object Status, Class, FriendlyName, InstanceId |
    Format-List

Für die zugehörigen Multimedia-Geräte kannst du zusätzlich abfragen:

Get-PnpDevice -Class MEDIA -PresentOnly |
    Select-Object Status, Class, FriendlyName, InstanceId |
    Format-List

Get-PnpDevice liefert grundlegende Plug-and-Play-Informationen. -PresentOnly beschränkt die Ausgabe auf gegenwärtig vorhandene Geräte. Audiostandardausgang und tatsächlich hörbarer Ton werden damit nicht verifiziert. Auch Status: OK ersetzt keinen Wiedergabetest. Vergleiche die Ergebnisse vor und nach einem Anschlusswechsel und gib Geräte-IDs nur gezielt an den zuständigen Support weiter.

5. Wenn nur eine App keinen Ton liefert

Wenn der Windows-Soundtest funktioniert, öffne Einstellungen → System → Sound → Lautstärkemixer. Prüfe bei der betroffenen Anwendung Lautstärke, Stummschaltung und Ausgabegerät. Eine App kann einen anderen Ausgang als den Windows-Standard verwenden. Beende und öffne sie nach einem Ausgangswechsel erneut.

Microsoft beschreibt diesen Fall gesondert unter App-Audio funktioniert nicht, Systemsounds funktionieren. Bei vorübergehenden Dienstproblemen nennt die Anleitung auch den Neustart von Windows Audio und Windows Audio Endpoint Builder über services.msc. Das benötigt entsprechende Rechte und unterbricht die Audiowiedergabe; beende vorher Anrufe und Aufnahmen. Auf gemeinsam genutzten Systemen ist der Eingriff abzustimmen.

6. Weiterführender Test und Erfolgskontrolle

Bleibt der Ausgang trotz passender Konfiguration stumm, kannst du in dessen Eigenschaften Audioverbesserungen vorübergehend ausschalten. Notiere den vorherigen Zustand und stelle ihn wieder her, wenn sich nichts ändert. Die allgemeine Microsoft-Anleitung nennt solche Effekte als mögliche Fehlerquelle.

Eine Treiberrückkehr ist erst sinnvoll, wenn du einen konkreten Zusammenhang mit einem Treiberwechsel hast. Microsoft beschreibt dafür Geräte-Manager → Geräteeigenschaften → Treiber → Vorheriger Treiber. Die Option kann fehlen. Entferne nicht vorsorglich alle Audio- und Grafiktreiber und deinstalliere keine Sicherheitsupdates auf Verdacht.

Zum Abschluss prüfst du den Windows-Soundtest, eine zweite Anwendung und den ursprünglich fehlgeschlagenen Vorgang. Wiederhole den Test nach einem Neustart und, falls das Problem dabei auftrat, nach dem Aus- und Einschalten des Monitors. Dokumentiere Änderungen einzeln.

Fazit und nächste Schritte

Der AMD-spezifische Windows-Fix ist ein begründeter Ansatz bei passendem Systemstand. Die häufigeren Konfigurationsfragen lassen sich vorher mit wenigen Tests eingrenzen. Bleibt der Fehler, übergib Windows-Version und Build, Grafikkarten- und Monitormodell, Treiberversion, Anschlussweg sowie die Ergebnisse der Vergleichstests an die IT oder den Hersteller-Support. Das ist belastbarer als die Aussage „seit einem Update kein Ton“.